A-2-850

Der Jakobsweg von Wuppertal-Beyenburg nach Köln

von Rüdiger Schneider (Text/Fotos)

 

 

Start in Beyenburg (Bernd Koldewey)

durch das Eifgenbachtal

In seinen ersten beiden Etappen, nämlich von Beyenburg nach Wermelskirchen und von dort nach Altenberg, ist dieser vorzüglich ausgeschilderte Weg bestens zu empfehlen. Er führt durch Wälder, über lichte Höhen, hat mit Beyenburg, Lennep und schließlich Altenberg seine kulturellen Höhepunkte. Besonders reizvoll ist am zweiten Tag die Strecke durch das Eifgenbachtal. Diese beiden Etappen sind von Bernd Koldewey ausführlich beschrieben und mit Fotos dokumentiert (siehe “Spurensuche Bergisches Land” >>>). Für den dritten, auf Köln zugehenden Tag darf man allerdings getrost der Alternative des Pilgerführers (Wege der Jakobspilger im Rheinland, Band 1) folgen und sollte spätestens ab Köln-Dünnwald mit der Straßenbahn in die Domstadt fahren. Der auf Köln zulaufende Teil des Weges ist zersiedelt und zeichnet sich durch zahlreiche Bausünden aus, von denen man leider auch Köln selbst nicht ausnehmen darf. Denn auch hier und gerade hier hat man nach nicht nur meinem Eindruck die Stadt ihres ehemaligen Glanzes beraubt.
 

St. Pankratius, Odenthal

St. Pankratius, Odenthal

Hexenbrunnen, Odenthal

Detail, Relief ‘heilkundige Frau’

Doch zurück zum Weg. Wer in Altenberg angekommen ist, sollte auch die weiteren drei bis vier Kilometer nach Odenthal gehen. Hier gibt es ein sehr schönes Fachwerkensemble mit der romanischen Kirche St. Pankratius (geöffnet!) im Mittelpunkt. Über den Odenthaler Hexenbrunnen, der sich in Nähe der Kirche befindet, wurde bereits ausführlicher geschrieben (siehe hierzu “Bergischer Hexenbrunnen” >>>).
 

Herz-Jesu-Kirche, Schildgen

Pilgerstempel, Herz-Jesu-Kirche, Schildgen

In Schildgen fällt wegen ihrer Architektur die Herz-Jesu-Kirche auf. Mit ihren spitzen Türmen mutet sie orientalisch an. Wer romanische Kirchen liebt, mag sich von dem modernen Betonwerk befremdet fühlen. Aber das soll Geschmackssache sein. Mir persönlich gefallen die romanischen Kirchen besser.
 

St. Nikolaus, Köln-Dünnwald

Apostelfresko mit Jakobus (links),
St. Nikolaus, Köln-Dünnwald

Jacobus Maior, St. Nikolaus, Köln-Dünnwald

Jakobus-Figur, St. Nikolaus, Köln-Dünnwald

Ein solches Juwel trifft man in Köln-Dünnwald. Hier ist es die Basilika St. Nikolaus (älter als der Kölner Dom), wo man in ausgezeichneter Weise alte Fresken freigelegt und restauriert hat. Hier treffen die Pilger auch auf eine Wandmalerei, die Jakobus den Älteren darstellt sowie auf eine anmutige Jakobusfigur. In vorbildlicher Weise ist es der Pfarrgemeinde gelungen, die Kirche auch außerhalb der Gottesdienstzeiten für Besucher offen zu halten (Di, Mi, Do, Sa, So 14-16 Uhr).
 

St. Clemens, Köln-Mülheim

Der heilige Nepomuk blickt auf das linksrheinische Köln.

Wer dann den Rhein durch das nicht unbedingt schöne Köln-Mülheim erreicht hat, sollte sich hier die frühere Schifferkirche St. Clemens ansehen, die nach einer bewegten Baugeschichte auf das 12. Jahrhundert zurückgeht. Eine Nepomukfigur schaut vor der Kirche auf das Kölner Panorama, und man erblickt von hier aus endlich den Dom.

 

 

Bonn, April 2013