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‘Golddorf’ Eiershagen

von Rüdiger Schneider (Text/Fotos)

 

 



Nur einen Kilometer nordwestlich von Denklingen enfernt liegt an der Brüderstraße ein Weiler mit dem eigentümlichem Namen ‚Eiershagen’. Ethymologisch möchte man es sogleich von Hühnern herleiten, die es hier zwar auch gibt, die indes mit der Namensgebung nichts zu tun haben. Die Bezeichnung geht zurück auf einen frühmittelalterlichen Siedler namens Agiher, der sich in der geschützten Talmulde niederließ und den Ort Agiherhagen nannte. Auf der Mercatorkarte wird die Siedlung etwa 600 Jahre danach als Eyerßhain bezeichnet, später wurde Eiershagen daraus.
 



Es ist ein denkmalgeschütztes Bilderbuchdorf, das bei Schönheitswettbewerben schon so manchen Preis abgeräumt hat. Von daher stammt auch die Bezeichnung ‚Golddorf’. In der Idylle mit Bauerngärten und Fachwerkhäusern mögen die Pilger sich auf einer der Bänke ausruhen oder, treffen sie zu Ostern ein, dem traditionsreichen Eierschibbeln zusehen. Die Eiershagener haben einmal sogar den Kölner Dom nachgebaut. Der wurde dann zwar nur vier Meter hoch, hatte aber den Luxus von einfahrbaren Türmen. Wer’s nicht glauben will, kann die Presseberichte lesen, die die ganze Geschichte näher erklären (>>>).
 



Liebevoll wird mit den Pflanzen im Dorf umgegangen. Berühmt ist die Bergische Gartenarche, ein Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, traditionelle Nutz- und Zierpflanzen im Bergischen Land zu erhalten.    

 

 

Bonn, Februar 2013