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Marialinden

von Rüdiger Schneider (Text/Fotos)

 

 

Vesperbild, Marialinden

Im Ort Marialinden, der etwa vier Kilometer östlich von Overath liegt, trägt die Brüderstraße bezeichnenderweise den Namen ‚Pilgerstraße’. Es ist ein bekannter und viel besuchter Wallfahrtsort mit einer auf das 16. Jahrhundert zurückgehenden Kirche. Zur Ausstattung gehört ein barockes Vesperbild, das ursprünglich aus Merten an der Sieg stammt. Es befindet sich im südlichen Seitenschiff. Das Vesperbild wird am Sonntag um Mariäe Heimsuchung (2. Juli) in einer feierlichen Prozession durch den Ort getragen.
 

Wallfahrtskirche, Marialinden

Wallfahrtskirche, Marialinden

In Marialinden fallen als sehenswert in unmittelbarer Nachbarschaft der Kirche sehr schöne Fachwerkbauten auf. So die alte Vikarie von 1795, dann ein ehemaliges Jagdhaus des Rittersitzes Alt-Bernsau von 1662. Es ist das älteste, erhaltene Haus in Marialinden. Weiter die Gaststätte Lindenhof, bereits 1512 in einer Übertragungsurkunde erwähnt, aber umgebaut, und schließlich das Pfarrhaus vom Anfang des 19. Jahrhunderts.
 

Pfarrhaus, Marialinden

Straße bei Marialinden

Von Marialinden aus steigt man hinunter nach Overath ins Tal der Agger. Dass die Brüderstraße eine bedeutende und sehr frequentierte Handels- und Pilgerstraße war, dafür sprechen die sieben Gasthäuser, die es bis in die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts um die Kirche herum noch gab. Pilger und Händler waren zwischen Siegen und Köln in beiden Richtungen unterwegs und haben sich in Marialinden, insbesondere nach dem beschwerlichen Aufstieg von Overath aus, eine Rast gegönnt.

 

 

Bonn, Februar 2013