A-2-850

Ein Jakobusaltar in Römershagen

von Rüdiger Schneider (Text/Fotos)

 

 

St. Marien, Römershagen

St. Marien, Römershagen, Jakobusaltar links

Darstellungen von Jakobus dem Älteren sind entlang der Brüderstraße zwischen Siegen und Köln-Deutz selten. In Köln-Mehrheim findet sich der Pilgerapostel in einer Serie von Aposteldarstellungen, dann in Marienberghausen als Fresko, hier ebenfalls im Zusammenhang mit den anderen Aposteln. Einen besonderen Jakobusaltar scheint es nur in Römershagen zu geben, das etwa drei Kilometer nördlich von Hohenhain liegt. Hohenhain liegt an der Brüderstraße zwischen Friesenhagen und Freudenberg. Dieser Jakobusaltar befindet sich in der Pfarrkirche St. Marien, und er ist mit einer speziellen Friesenhagener und Römershagener Geschichte verbunden.

Der Friesenhagener Franziskanerpater Ambros Pilgram begleitete im 17. Jahrhundert den Landesherrn Johann Adrian von Hatzfeld-Wildenburg-Schönstein auf dessen Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela. Es wird vermutet, dass ein Pferdeknecht aus Römershagen, der die beiden begleitete, eine Reliquie aus Spanien mit nach Römershagen gebracht und damit den Altar veranlasst hat [Diese Information entnehme ich dem bereits genannten Buch ‚Wege der Jakobspilger’, Bd. 5.]. Ob die Gruppe tatsächlich die Brüderstraße genommen hat, scheint leider nicht bekannt zu sein.

Wie dem auch sei. In Römershagen jedenfalls findet sich eine Jakobusspur, die für diese Zeit besonders auffällt, da sich die Pilgerreisen nach Santiago de Compostela im Niedergang befanden. Die Reformation mit den pilgerkritischen Kommentaren Martin Luthers wie auch die Polemik der Humanisten hatten dazu beigetragen. Ebenso territoriale Zersplitterungen, die das Reisen sehr gefährdeten. Zudem machte sich in Spanien jeder verdächtig, der aus reformierten Ländern kam. Der pilgernde Landesherr war zwar wieder katholisch geworden, aber dennoch wird der Friesenhagener Pater Ambros ein notwendiger Begleiter gewesen sein, um nicht in Verdacht und in die Fänge der spanischen Inquisition zu kommen. Die Spanier machten damals mit kritisch scheinenden Leuten wenig Federlesen, wie schon der Santiagofahrer Arnold von Harff aus eigener Erfahrung zu berichten wusste.

 

 

Bonn, Februar 2013