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Ein Besuch in Rom

von Rüdiger Schneider (Text/Fotos)

 

 


Mein Handy klingelt. „Wo steckst du?“ werde ich gefragt. „In Rom“, antworte ich wahrheitsgemäß. „In Rom? Gestern Abend warst du doch noch in Freudenberg.“  - „Ich bin jetzt wirklich in Rom“, beharre ich.

So oder ähnlich können Telefongespräche ablaufen, macht man von der Brüderstraße einen kleinen Abstecher in den Ort Rom. Dieser liegt etwa zwei Kilometer südlich von Erdingen, durch das die Brüderstraße läuft. Verglichen mit seiner italienischen Schwester ist der Weiler mikroskopisch winzig. Ein paar Häuser, ein Hotel, eine neu gebaute Kapelle, die Heinrich II. geweiht ist, der 1002 in Mainz zum König gekrönt und 1014 in Rom von Benedikt VIII. zum Kaiser gekrönt wurde. 1146 wurde er mit seiner Gemahlin Kunigunde heilig gesprochen. Weiter ist in dem Ort ein überdachter Wegweiser, der die Entfernung zur Ewigen Stadt angibt: „Roma Italia Via Brennero 1503 km.“ Und schließlich gibt es noch einen Hubschrauberlandeplatz mit Ampelanlage, den “Aeroporta Roma”.
 

Wegweiser in Rom

St. Heinrich Kapelle, Rom

Zur Entstehung des Namens gibt es zwei Theorien. Von den Römern wurde der Ort jedenfalls nicht gegründet. Die eine Theorie führt den Namen auf den Römerbach in der Nähe zurück. Die andere gibt ‚Rom’ als alte Bezeichnung für Erz und Metall an. Auf der Mercatorkarte wird der Flecken mit ‚Room’ bezeichnet. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1492.

Nach dem Stand von 2007 hat Rom 67 Einwohner. Die bereits erwähnte St. Heinrich-Kapelle wurde zwischen 1976 und 1981 gebaut, besitzt einen Glockenturm, einen Weihrauchspender aus der Geburtskirche Jesu in Jerusalem und zwei Abdrücke der Riemenschneider-Steinbüsten (15. Jh.) aus dem Bamberger Dom. Es sind Abgüsse von der Grabplatte des Kaiserpaares Heinrich und Kunigunde.
 

Römische Umgebung im Winter

Römerstraße

Zahlreiche Anekdoten und Ereignisse ranken sich um den Ort, der wegen seines Namens zu mancherlei Späßen herhalten muss. So löste etwa der Sportreporter Kurt Brumme eine Wette ein, bei der er versprochen hatte, zu Fuß nach Rom zu gehen. Oder es werden Gutscheine für einen Aufenthalt in Rom mit Privataudienz beim Papst verschenkt. Hierbei handelt es sich um den Wirt des Restaurants und Hotels ‘Zum Römertal’, der oft ‚Papst von Rom’ genannt wird und der sich selber schelmisch als ‘Seine Unheiligkeit’ betitelt. Vom kleinen Rom ist er zu Fuß nach Italien in das etwas größere Rom gepilgert.

 

 

Bonn, Februar 2013