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Jakobsweg Region Vogelsberg - Variante Busenborn

von Rüdiger Schneider (Text/Fotos)

 

Jacobus Maior, ev. Kirche Busenborn

 

Rokoko-Orgel, ev. Kirche Busenborn

Vom Hoherodskopf kommend trifft man nach etwa drei Kilometern auf den sagenumwobenen Bilstein, ein bizarres Basaltmassiv von 665 Metern Höhe. Sagen, die dort umgehen, sind z.B. die Geschichten ‚Der Ilse ihr Keller’, ‚Der dreibeinige Hase’ oder ‚Der Elfen Tanz’. Ursprünglich soll der Bilstein ‚Bildstein’ geheißen haben. Man vermutet, dass auf dem Felsen ein keltisches Götterbild gestanden hat (siehe hierzu auch den Artikel Bilstein - Ein rätselhafter Name?) Wie dem auch sei, der Ausblick von dem schroffen Gestein auf das Vogelsberger Land ist phantastisch. Man blickt auf die umliegenden Dörfer und hat nun die Wahl, den markierten Jakobsweg südwestlich zum Nidda-Stausee zu laufen oder aber in einer reizvollen und kürzeren Variante, ohne den Nidda-Stausee zu umrunden, den Weg über die Dörfer Busenborn und Michelbach nach Schotten zu nehmen.
 

Pilgerflagge auf dem Bilstein

Blick auf Busenborn

Die Variante über Busenborn ist die attraktivere. Der Pilger findet urige Einkehrmöglichkeiten, hat auf dem weiteren Weg nach Michelbach ein wunderbares Höhenpanorama, hinter Michelbach öffnet sich der Blick auf die Liebfrauenkirche in Schotten und das Besondere dieser Variante: In der evangelischen Kirche von Busenborn, was wohl kaum bekannt ist, trifft man auf ein Bild des Pilgerpatrons Jacobus Maior. Die Kirche des kleinen Ortes Busenborn (ursprünglich ‚Brunnen des Burso’) ist ein mit Schindeln gedeckter Fachwerkbau aus dem Jahr 1630. Sehenswert neben den Apostelbildern an der Orgelbrüstung ist auch die Rokoko-Orgel aus dem 18. Jahrhundert.
 

evangelische Kirche, Busenborn

ehemaliger Tabernakel (?), ev. Kirche Busenborn

Busenborn wurde zwischen 500 und 800 n. Chr. gegründet, also zur Zeit der fränkischen Landnahme. Die Geschichte des Ortes ist durch verschiedene Kriegswirren und auch Naturkatastrophen hindurch eine sehr leid- und wechselvolle gewesen. Heute präsentiert der Ort sich malerisch und idyllisch.
 

Fachwerkkirche, Michelbach

uriger Gasthof in Michelbach

Nach Michelbach kommt man über eine schmale, kaum befahrene Landstraße mit ausgezeichnetem Höhenpanorama. Und von dort sind es auf einem schönen Wanderweg nur noch ein paar Kilometer bis in die historische Altstadt von Schotten.
 

ruhige Landstraße nach Michelbach

Panorama auf dem Weg nach Michelbach

 

 

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Bonn, März 2012