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Doriga

von Rüdiger Schneider (Text/Fotos)

 

 

Antonio

An dieser Stelle einen kurzen Übernachtungstipp für Pilger, die einmal eine Pause brauchen oder sich auch einmal etwas länger, ohne zum nächsten Etappenziel weiterzuhasten, in origeneller asturischer Umgebung aufhalten wollen:
 

Samarciellu

Samarciellu

Etwa anderthalb Kilometer nach dem idyllischen Dorf Samarciellu erreicht man den kleinen Ort Doriga. Hier gibt es eine bemerkenswerte kleine Pilgerherberge, die zugleich auch Restaurant ist und einen auch mit Brot und den notwendigsten Lebensmitteln versorgen kann. Es ist das Cá Pacita Chigre. Den Pilgern steht hier unter anderem gegen Spende ein Gartenhäuschen mit Betten für fünf Pilger zur Verfügung. Sechs weitere Betten gibt es im Hauptgebäude. Das Cá Pacita liegt allerdings zwischen den größeren Etappenzielen Grado bzw. der Herberge von San Juan de Villapañada und Cornellana bzw. auch Salas. So lassen sich vorbeiziehende Pilger oft nur für einen Kaffee oder ein Bier nieder. Das ist an diesem Tag unsere wunderbare Chance, ein Gartenhäuschen ganz für uns alleine zu haben.
 

Cá Pacita Chigre, Doriga

ein ‘Eigenheim’ für uns

Und so kommt es auch und wir lernen den freundlichen und hilfsbereiten Antonio, Wirt und Herbergsvater in Personalunion, kennen. Er gehört zu den Originalen, die man auf dem Camino Primitivo auf keinen Fall verpassen sollte. Oft sieht man ihn in den für Asturien typischen Madreñas herumlaufen, in Holzschuhen mit Stollen unter den Sohlen, bequem und nützlich bei dem üblichen Regenwetter. Am Abend serviert er uns Vino cosechero, den Originalwein aus dem Keller des Winzers. Der ist wohlbekömmlich und wird üblicherweise zum Essen getrunken. Und da auch am nächsten Tag noch der Regen herunterrauscht, beschließen wir einen weiteren Tag zu bleiben und haben wieder das Gartenhäuschen für uns allein. Antonio nimmt uns an diesem Tag mit zu einem Ausflug nach Gijón, wobei er seinen Mercedes-Lieferwagen so schnell und sicher beherrscht wie Fernando Alonso seinen Ferrari.
 

Madreñas

statt im Regen weiterzuziehen, bleiben wir

So lernen wir unverhofft auch Gijón kennen, wobei sich Antonio als excellenter Führer durch die Stadt erweist und wir den Abend im Kreis seiner spanischen Freunde verbringen dürfen. Solche kleinen Abenteuer und Gelegenheiten ergeben sich, wenn man wie wir keinen bestimmten Laufplan hat. Es heißt ja immer, auf dem Jakobsweg sollte man offen sein für das, was kommt.

Bonn, Mai 2013