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Ein Jakobsort auf den ‚kurzen Hessen’

von Rüdiger Schneider (Text/Fotos)

 

Jacobus Maior, Friedberg-Ockstadt

 

St. Jakobus, Friedberg-Ockstadt

Wer von Fulda den Jakobsweg durch die Region Vogelsberg nach Hungen geht, wird von dort per Wegmarkierung weiter westlich nach Münzenberg geführt. Für Pilger, die gerne auf Jakobusspuren treffen, wäre indes die südliche Route nach Friedberg die sinnvollere. Erstens bewegt man sich auf einem alten Heer- und Handelsweg, den so genannten ‚kurzen Hessen’ (siehe hierzu auch den Artikel Eine Tagesetappe auf den ‘kurzen Hessen). Zweitens trifft man in Friedberg-Ockstadt auf einen Ort mit alter jakobäischer Tradition, wohingegen man in Münzenberg vergeblich nach Jakobusspuren sucht.
 

Jacobus Maior, Friedberg-Ockstadt

Jacobus Maior, Friedberg-Ockstadt

Die katholische Kirche in Friedberg-Ockstadt steht unter dem Patronat von Jakobus dem Älteren und besitzt neben anderen Kirchenschätzen wie z. B. einer gotischen Grablegung gleich zwei sehenswerte Jakobusfiguren. Die Einrichtung der Kirche verbindet alte barocke Elemente mit Motiven des Rokoko und des Jugendstils. Als einzige Gemeinde in der Wetterau blieb Ockstadt von der Reformation unberührt und war im Mittelalter eine wichtige Station auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela.
 

Hochaltar, Friedberg-Ockstadt

gotische Grablegung, Friedberg-Ockstadt

Der Weg von Hungen nach Friedberg-Ockstadt (etwa 25 Kilometer) ist allerdings nicht/noch nicht markiert, so dass man für diese Route eine Wanderkarte braucht. Diesen südlichen Weg als Variante anzubieten und mit dem europäischen Wegezeichen zu markieren, wäre aus den oben genannten Gründen sinnvoll. Er ist historisch (alter Heer- und Handelsweg) und führt zu einem Ort mit mittelalterlicher jakobäischer Tradition. 

 

 

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Bonn, April 2012