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Besuch bei den Kelten

von Rüdiger Schneider (Text/Fotos)

 

 

keltischer Grabhügel, Glauburg-Glauberg

Sandsteinfigur, keltischer Fürst

Auf dem Jakobsweg von Fulda nach Hungen wandert man durch eine Region, die in vorchristlicher Zeit (5. Jahrhundert) von Kelten besiedelt war. Am Bilstein (drei Kilometer südwestlich vom Hoherodskopf) trifft man sogar noch auf einen alten keltischen Kultort (siehe Artikel ‘Bilstein - ein rätselhafter Name?’). Wer sich für keltische Geschichte interessiert, dem sei ein Besuch des Glaubergs am Ostrand der Wetterau empfohlen. Glauburg-Glauberg liegt etwa zehn Kilometer südlich von Nidda. Hier findet man im archäologischen Park auf dem Glauberg einen rekonstruierten frühkeltischen Grabhügel und im Museum auf dem Glauberg zahlreiche Fundstücke dieser ehemaligen keltischen Höhensiedlung. Blickfang der Ausstellung ist die lebensgroße Statue (186 cm) eines keltischen Fürsten. Die Statue ist aus Sandstein.
 

Sandsteinfigur, keltischer Fürst

Auch Spaßfotos dürfen sein.

Auf dem Kopf befindet sich eine Blattkrone (keine ‚großen Ohren’). Dargestellt ist er als Krieger mit Panzer, Schild, Schwert und Halsschmuck. An den Ausstellungsstücken wie etwa einem Halsring, Schnabelkannen, Gürtelhaken oder einer bronzenen Figuralfibel kann man keltische Kunstfertigkeit bewundern. Die Funde aus den Gräbern lagen nahezu 2500 Jahre unentdeckt im Boden. Die Siedlung auf dem Glauberg war damals von einer mehr als zwei Kilometer langen Mauer umgeben. Eine Prozessionsstraße am Grabhügel und auch die Wall- und Grabenanlagen geben immer noch archäologische Rätsel auf.
 

keltischer Halsschmuck

keltische Vorratsgefäße

Die Kunst der Kelten reicht bis in die christliche Tradition hinein. So ist etwa das bekannte Keltenkreuz ein bedeutendes Symbol der frühchristlichen Kirchen im angelsächsischen Raum. Die Ornamentik dieser filigranen Steinkreuze war bis ins Mittelalter attraktiv. Auch das also hat die Region Vogelsberg zu bieten: keltische Spuren wie im spanischen Galicien.

 Für Jakobspilger interessant ist auch die katholische Kirche in Glauburg-Stockheim. Auf einem Deckengemälde jüngeren Datums entdeckt man Jakobus im Reigen der zwölf Apostel. Dargestellt ist er im Pilgerornat mit Hut, Muschel und Pilgerstab.
 

Deckenfresko, katholische Kirche
Glauburg-Stockheim

Detail mit Jacobus Maior, katholische
Kirche Glauburg-Stockheim

 

 

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Bonn, April 2012