Pilgergruppe-I-850

Rom – Jerusalem – Santiago
Das Pilgertagebuch des Ritters Arnold von Harff (1496 – 1498)

 

Harff-350

Ein kulturhistorisches Dokument spätmittelalterlichen Pilgerns. Im Alter von 25 Jahren unternimmt der rheinische Dichter und Ritter Arnold von Harff für zwei volle Jahre (1496 – 1498) eine Pilgerreise, die ihn nach Rom, Jerusalem und Santiago führt. 1860 erschien das Reisetagebuch erstmals im Druck. Der Herausgeber, Eberhard von Groote, entschied sich für die Beibehaltung des Dialektes, folgte damit wohl den Prinzipien des ihm freundschaftlich verbundenen Jakob Grimm. Die nun seit 2007 vorliegende Ausgabe von Brall-Tuchel und Reichert bringt diese Fassung dankenswerterweise in neuhochdeutscher Übersetzung, reich kommentiert und versehen mit zahlreichen Abbildungen, insbesondere den einer Handschrift der Benediktinerabtei Maria Laach.

Das Buch wendet sich weniger an ein breites Publikum, das ‚flüssige’ Pilger- oder Abenteuerberichte lesen will, sondern an historisch Interessierte. Für diese sei es als bibliophile Kostbarkeit und ebenso reichhaltiges wie wertvolles Zeitdokument bestens empfohlen. Der rheinische Ritter ist übrigens der, der es gewagt hatte, in Santiago die Frage nach dem ‚wahren Jakob’ zu stellen und für das Zeigen des heiligen Körpers ‚einen erheblichen Betrag’ bot.

Harff: „Man gab mir zur Antwort, wer nicht wirklich glaube, dass der heilige Körper St. Jakobs des älteren Apostels in dem Hochaltar liege und daran zweifele, dass der Körper dort sein werde, der müsse von Stund an verrückt werden wie ein tollwütiger Hund. Damit hatte ich Auskunft genug…“

Rom – Jerusalem – Santiago. Das Pilgertagebuch des Ritters Arnold von Harff (1496 – 1498), Übersetzt, kommentiert und eingeleitet von Helmut Brall-Tuchel und Folker Reichert, 280 Seiten

21. April 2008