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Klaus Herbers: Jakobsweg – Geschichte und Kultur einer Pilgerfahrt

 

 

Wer sich heutzutage das erste Mal mit dem Jakobsweg beschäftigt, mag rasch dem Eindruck erliegen, dass dieser Pilgerweg schon immer so populär und frequentiert war wie in der Gegenwart. Dass dem nicht so ist, legt Herbers Buch dar, das die Entstehung und die weitere Geschichte des Weges mit seinen Niedergängen und Aufschwüngen schildert und dabei die kulturellen, die ökonomischen und politischen Hintergründe beleuchtet. Man erfährt von Konkurrenzkämpfen zwischen Rom und Santiago, von der Kritik am Pilgern zum Beispiel durch Luther und die Humanisten, und man mag erstaunt sein, dass es den Weg zum Grab in Santiago für nahezu dreihundert Jahre eigentlich nicht gab, weil man 1589 die Gebeine des Apostels Jakobus aus Angst vor Sir Francis Drake verborgen und dann das Versteck schlicht vergessen hatte. Erst 1879 versuchte man eine erneute Auffindung, deren positives Ergebnis dann 1884 von Papst Leo XIII. bestätigt wurde. Die europaweite und auch globale Popularität des Weges, wie wir sie heute kennen, beginnt dann erst langsam wieder im auslaufenden zwanzigsten Jahrhundert.

Dieses Taschenbuch ist ein grundlegendes Werk über die Geschichte des Jakobsweges; excellent geschrieben, wissenschaftlich profund, spannend und kurzweilig zu lesen.

Klaus Herbers: ‘Jakobsweg - Geschichte und Kultur einer Pilgerfahrt’, Verlag C.H.Beck, München 2. Aufl. 2007, 129 S.