Pilgergruppe-I-850

Das Jakobskreuz im Kottenforst

von Rüdiger Schneider (Text/Fotos)

 

Jakobskreuz_Kottenforst

Sein im sogenannten ‚Volksmund’ überlieferter Name mag Rätsel aufgeben. ‚Jakobskreuz’ heißt es. Aber nichts an dem Kreuz weist auf eine jakobäische Tradition hin. Daneben wird es auch noch – zutreffender – ‚Wolfskreuz’ genannt, da es einen Wolf im Wappen führt und auf dem Kreuzesstamm vier Wolfspfoten zu erkennen sind. Das Kreuz steht im Kottenforst an einem Waldweg (Villiper Allee) zwischen Röttgen und Villiprott.

 

Jakobskreuz_Kottenforst_Wappen

 

Jakobskreuz_Kottenforst_Detail_II

 

Jakobskreuz_Kottenforst_Detail

Jakobskreuz_Kottenforst_Detail_III

Horst und Wiltrud Bursch verdanken wir die Information, dass dieses Kreuz einen Vorläufer hatte, und zwar ein Holzkreuz, das dem Apostel Jakobus geweiht war und Mitte des 18. Jahrhunderts durch das ‚Wolfskreuz’ ersetzt wurde [‚Santiago liegt bei Bonn’, Anhang S. 16]. Von daher würde sich also der im Volksmund kursierende Name ‚Jakobskreuz’ zwanglos erklären. Als ‚Jakobskreuz’ ist es übrigens auch auf den Wanderkarten im Kottenforst verzeichnet.

Laut Bursch erinnert der Name ‚Wolfskreuz’ an seinen Stifter, den Grafen August Wilhelm von Wolff-Metternich (1706-1781), „der im Dienste des Kölner Kurfürsten Clemens August stand und gleich seinem Landesherrn gerne dem Waidwerk frönte.“ [‚Santiago liegt bei Bonn’, Anhang S. 16].

Eine andere Erklärung findet sich in einem Artikel des Bonner General-Anzeigers vom 30.12.2008. Hier heißt es:

„Über den im Volksmund als Wolfs- oder Jakobskreuz bekannten Gedenkstein gibt es dem langjährigen Förster vom Schönwaldhaus, Norbert Happ, zufolge gleich zwei Ursprungsgeschichten. Zum einen soll es Kurfürst und Erzbischof (Amtszeit 1723-1761) Clemens August dem Abdecker Jakob aus Röttgen gewidmet haben, der sich als sogenannter Rüdemann um die Gesundheit und Pflege der Hundemeute des jagdfreudigen Erzbischofs verdient gemacht hatte. Einer anderen Geschichte nach soll Fürst-Bischof Clemens August das Kreuz gestiftet haben, weil eine in England bestellte wertvolle Hundemeute einen schweren Sturm bei der Überfahrt im Kanal heil überstanden haben soll. Der in einem Wappen geführte Wolf gehört laut Happ zum Geschlecht Wolf von Metternich.“

Jaegerhaeuschen_Kottemforst
Jägerhäuschen

Man erreicht das Kreuz von Röttgen aus, indem man im Kottenforst die Villiper Allee Richtung Villiprott nimmt. Kommt man vom Bahnhof Kottenforst, überquert man die Bahnschranke, geht dann an der Wegekreuzung (eine Karte hängt hier aus) rechts Richtung Villiprott am sogenannten Jägerhäuschen vorbei, hält sich hinter dem Jägerhäuschen links und nimmt dann die nächste Abzweigung links (Villiper Allee).

Bonn, September 2009