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Jakobsweg Region Vogelsberg - Kleinheiligkreuz

von Rüdiger Schneider (Text/Fotos)

 

 

Kirche/Kapelle Kleinheiligkreuz

Kleinheiligkreuz, Innenansicht

Von der Schnepfenkapelle bei Bimbach führt der Jakobsweg (zugleich auch Bonifatiusweg) auf einem Waldpfad, der zugleich auch Kreuzweg ist, etwa fünf Kilometer weiter nach Kleinheiligkreuz. Kleinheiligkreuz ist ein Wallfahrtsort mit einer Kirche, in der ein Partikel des Kreuzes Jesu aufbewahrt wird. An dem Ort gab es eine Vorgängerkapelle, die 1692 abgerissen und unter Adalbert von Schleifras, Fürstabt von Fulda, innerhalb von vier Jahren im Stil barocker Baukunst neu aufgebaut wurde. Die Vorgängerkapelle wurde 1348 erstmals urkundlich erwähnt. Errichtet wurde sie von dem Benediktinermönch Hermann von Hammelburg, der den ‚wüsten Ort’, an dem es ehemals eine Siedlung gegeben hatte, wieder kultivierte.
 

von der Schnepfenkapelle...

...zum Waldweg nach Kleinheiligkreuz

Die Geschichte der unter Adalbert von Schleifras erbauten Kirche ist eine sehr wechselvolle. Zuweisungen und Eingemeindungen wechselten ebenso wie das Inventar. Zur Zeit der Säkularisation unter Napoleon wurden Wallfahrten verboten. Die Kapelle sollte abgerissen werden, fand jedoch Nutzung als Stall und Scheune. 1909 wurde sie von dem Fuldaer Bischof Josef Damian Schmitt zurückgekauft und in den nachfolgenden Jahren renoviert und wieder als Wallfahrtsort eingesetzt.
 

Altar, Kleinheiligkreuz

Bonifatiusfigur, Kleinheiligkreuz

Vom ursprünglichen Inventar ist im Wesentlichen nur das Wappen des Erbauers Adalbert von Schleifras übrig geblieben (in der Decke des Chores und in einer Flachdecke). Was die Architektur betrifft, bekommt man einen Eindruck vom so genannten ‚toskanischen Barock’, der unter dem Fuldaer Fürstabt eingeführt wurde. Die Empore der Kirche ruht auf zwei toskanischen Säulen. Neu hinzugekommen ist u.a. eine Bonifatiusfigur. Man vermutet, dass in Kleinheiligkreuz die letzte Mittagsrast für die Träger des Leichnams von Bonifatius stattgefunden hatte, der 1754 von Mainz nach Fulda überführt worden war. Die Kirche bzw. Kapelle gehört zur Gemeinde Kleinlüder. In unmittelbarer Nähe der Kirche befinden sich an dem sonst fast unbewohnten Ort zwei Hotels, der Jagdhof Kleinheiligkreuz und die Hessenmühle. Für Pilger, die von Fulda aus starten, ist hier nach einer ersten Tagesetappe also Gelegenheit für Rekreation und Ãœbernachtung. Sehr zu empfehlen ist die Pilgerherberge der KAB Fulda, die in die Kapelle integriert ist. Sie hat einen eigenen Eingang, verfügt über einen Aufenthaltsraum mit Küche. In den beiden Schlafräumen ist Platz für bis zu zehn Personen. Der Preis beträgt für alle zusammen 30 €. Anfragen an: Anni und Helmut Honikel, In der Steinhecke 3, 36154 Hosenfeld, Tel.: 06650/214.

 

 

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Bonn, April 2012