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Von Köln nach Bonn entlang der Ville

von Rüdiger Schneider (Text/Fotos)

 

Weg entlang der Ville

Wer auf dem Jakobsweg von Köln nach Bonn für diesen Abschnitt nicht unbedingt die Rheinschiene nehmen will, hat mit der Ville im Vorgebirge eine attraktive Alternative. Der Weg von Köln nach Bonn entlang des Rheins beträgt etwa 40 Kilometer (wenn man den ausladenden Rheinbogen zwischen Rodenkirchen und Sürth nimmt, statt ihn diagonal abzukürzen). Der Weg von Köln nach Bonn entlang der Ville beträgt etwa 43 Kilometer. Die Ville entlang würde man auf der zweiten Tagesetappe gehen, ab der Ortschaft Brenig mit schönem Blick auf das Rheintal. Diese Variante ist eine Alternative, wenn man sich beim Gang von Köln aus den Rhein entlang das Wesselinger Industriegebiet ersparen will. Wie bereits beschrieben ist aber der drei Kilometer lange Gang zwischen den Kesseln der Petrochemie ein faszinierender Kontrast zwischen pilgergemäßer Rheinidylle und der unheimlich wirkenden Betriebsamkeit der Industriewelt.

Vom Kölner Dom aus folgt man für den ersten Tag dem Weg, der in dem vom Landschaftsverband Rheinland herausgegebenen Buch ‚Wege der Jakobspilger im Rheinland’, Bd. 2 beschrieben ist. Über Brühl geht es nach Walberberg. Hier trennen sich die Wege. Der vom LVR beschriebene steuert südwestlich auf Weilerswist und Euskirchen zu mit dem späteren Ziel Trier. Die hier vorgestellte Variante nimmt von Walberberg an den südlichen Weg auf Bonn zu, um dann entlang der Rheinschiene nach Mainz zu führen.

Von Walberberg aus geht es am Rande des Swisttals nach Rösberg, dann nach Brenig, wo man in der Kirche St. Evergislus an der rechten Außenseite des Flügelaltars eine Jakobus-Darstellung findet. Danach geht es entlang der Ville zwischen Apfelbaumplantagen und Brombeerhecken Richtung Gielsdorf. Man hat von der Ville einen wunderbaren Ausblick auf Bonn und das Rheintal.

Gielsdorf mit der Kirche St. Jakobus ist auf dieser Route ein zentraler Ort jakobäischer Verehrung. In der in die Kirche integrierten romanischen Jakobuskapelle aus dem 11. Jahrhundert (das älteste erhaltene Bauwerk im Vorgebirge) finden sich u.a. Fresken zum berühmten ‚Hühnerwunder’ aus der Jakobuslegende. Die Wandmalereien sind 1492 entstanden. Der Maler ist unbekannt. Die Szenen zum Hühnerwunder sind nur teilweise erhalten. Gut zu erkennen aber ist die Bekehrung des Zauberers Hermogenes durch Jakobus. In der Kirche selbst und auch außen an der Kirche sind weitere Jakobusdarstellungen zu finden.

Von Gielsdorf geht es zunächst über Feldwege weiter nach Lessenich mit der Kirche St. Laurentius, der ältesten Kirche des Bonner Umlandes und Mutterkirche von St. Jakobus, Gielsdorf. Die Innenausstattung stammt aus der Zeit des Barock. Die Kirche selbst wurde auf dem Boden einer ehemaligen römisch-keltischen Kultstätte erbaut.

Von Lessenich geht es dann weiter über die Messdorfer Felder nach Bonn-Endenich und von dort (noch etwa zwei Kilometer) zum Bonner Münster.

Die erste Tagesetappe von Köln nach Walberberg beträgt etwa 23 Kilometer. Die zweite Etappe von Walberberg nach Bonn etwa 20 Kilometer. Die hier beschriebene Variante von Köln nach Bonn entlang der Ville ist landschaftlich wie auch kulturell sehr attraktiv und ist nur drei Kilometer länger als der Gang von Köln aus den Rhein entlang.

Zur Orientierung für den Gang entlang der Ville seien folgende Wanderkarten empfohlen:Wanderkarte Nr. 6 des Eifelvereins, Rheinbach/Alfter (1:25 000) und die topographische Karte Nr. 5207 (Bornheim) des Landesvermessungsamtes NRW, ebenfalls im Maßstab 1:25 000.   

 

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Bonn, Juni 2012