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Kurz zur Geschichte der Kirche: Die jetzige Jakobuskirche ist im Lauf der Jahrhunderte die vierte in Lülsdorf.
St. Jakobus, Lülsdorf
Die erste Kirche war zur Zeit der fränkischen Landnahme (5. – 8. Jh.) eine so genannte ‚Eigenkirche’ des Königsgeschlechts der Merowinger. Diese Kirche war St Martin geweiht.
700 – 800 n.Chr. erwarb das Kölner Domstift Grundbesitz in Lülsdorf und ließ eine neue, dem Heiligen Pankratius geweihte Kirche bauen.
1100 – 1200 n.Chr. wurde ein dritter Kirchenneubau erstellt. Pfarrpatron wurde jetzt der Heilige Jakobus. Die Kirche erhielt als Wehr- und Glockenturm den ‚Alten Turm’, der noch heute in Lülsdorf steht.
‘Alter Turm’, Lülsdorf
1880 wurde die alte Pfarrkirche St. Jakobus abgebrochen und die neue, größere gebaut. Diese Angaben entnehme ich der Geschichtstafel, die sich neben dem ‚Alten Turm’ befindet. Über die Zeit des Patrozinienwechsels herrschen unterschiedliche Angaben. Legt man die Daten dieser Tafel zugrunde, so ist Jakobus seit nunmehr über 800 Jahren der Pfarrpatron der Lülsdorfer.
Matthiasfigur, links Reliquienostensorium
Die Kirche besitzt außer den Jakobusfiguren noch zahlreiche weitere Kostbarkeiten. So z. B. einen Trinitatisaltar, für den seit 1450 ein Benefizium besteht. Gegenüber der Jakobusnische ist eine Matthiasfigur mit dazugehörendem Reliquienostensorium. Am linken hinteren Vierungspfeiler thront eine spätgotisch nachempfundene Marienfigur, eine süddeutsche Schnitzarbeit, die in ihrer Gestaltung durchaus dem kunsthistorischen Kriterium einer ‚schönen Madonna’ entspricht.
Muttergottes mit Kind, spätgotisch nachempfunden
Lülsdorf wird für Jakobuspilger, die aus dem Rechtsrheinischen kamen und weiter nach Bonn wollten, eine bedeutende Station gewesen sein. Dies gilt natürlich auch heute noch. Einen Besuch der anmutigen Jakobusfigur sollte man sich nicht entgehen lassen.
Rhein bei Lülsdorf
Der Rheinübergang auf die Bonner Seite erfolgte damals wahrscheinlich bei Graurheindorf (mit einer weiteren Jakobusfigur) oder bei Schwarzrheindorf. Zur Graurheindorfer Kirche St. Margareta kommt man von Lülsdorf aus am besten mit der Fähre in Mondorf (liegt rechtsrheinisch ein paar Kilometer südlich von Lülsdorf). Die Lülsdorfer Fähre führt einen nach Wesseling, dessen Rheinufer zum Pilgern nicht geeignet ist.
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Bonn, März 2010
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