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Pilgerkrönung, Fresko in St. Viktor, Oberbreisig
Das Motiv ‘Pilgerkrönung durch St. Jakob’ gehört sicher mit zu den reizvollsten Darstellungen, die dem Schutzpatron der Pilger gewidmet sind. Man darf sich dieses Motiv deuten als ein Zeichen der Ermutigung und einer bevorstehenden Belohnung nach den Strapazen und Gefährdungen des Weges. Es war Anreiz, Ansporn. Der Weg nach Santiago war noch weit. Man stand in aller Regel erst noch am Anfang. Aus diesen Überlegungen heraus mögen diese bildnerischen Zeugnisse, die es vor allem im deutschen Raum gibt, entstanden sein.
St. Viktor, Oberbreisig
Längs der Rheinschiene findet sich dieses Motiv in der romanischen Pfarrkirche St. Viktor in Oberbreisig und in der Kirche St. Martin in Linz. Es sind Fresken, die aus dem 13. Jahrhundert stammen. Dass beide Kirchen mit diesem charakteristischen ‘al fresco’ nahe beieinander liegen, die eine links-, die andere rechtsrheinisch, wird kein Zufall sein, sondern zeigt, dass hier eine bedeutende Pilgerroute mit Rheinüberquerung vorlag. Die dritte Darstellung mit dem Motiv ‘Pilgerkrönung’ entdeckt man dann unweit dieser beiden Orte südwestlich in Niedermendig bei Maria Laach, also auf dem Weg nach Trier. Über Niedermendig wie auch über St. Martin in Linz werden wir noch besonders berichten.
Pilgerkrönung, Steinplastik Villinger Münster
Foto aus der Website des Villinger Münsters - mit freundlicher Genehmigung von Pfarrer Josef Fischer und Diakon Horst Dyma
Eine der gewiss schönsten plastischen Darstellungen des Motivs findet sich übrigens im Schwarzwald, im Villinger Münster ‘Unserer Lieben Frau’. Hier kann man eine Steinplastik aus dem frühen 14. Jahrhundert sehen. Nähere Informationen über das Villinger Münster findet man auf der folgenden Website >>> .
In dem vorliegenden Artikel sei aber zunächst einmal das Krönungsfresko in der Kirche St. Viktor in Oberbreisig fotografisch vorgestellt. Wobei natürlich anzumerken ist, dass das abgebildete Fresko seine volle Schönheit erst im Zusammenspiel und im Einklang mit seiner Umgebung entfalten kann. Keine Fotografie der Welt kann die bezaubernde Atmosphäre des Bildes im Zusammenspiel mit seiner Umgebung vermitteln. Man sollte, man muss es also im Original sehen.
Was die Geschichte von St. Viktor betrifft, verweisen wir auf den Artikel von Carl Bertram Hommen (950 Jahre St. Viktor Oberbreisig). >>>
Jakobusdarstellung, Antependium, Kirche St. Mariae, Bad Breisig
Breisig muss eine bedeutsame Station auf dem Weg nach Santiago gewesen sein. Der Ort besaß früher ein Pilgerhospital, und in der Kirche St. Marien in Bad Breisig stoßen wir auf ein weiteres Jakobsmotiv, und zwar auf eine Jakobusdarstellung auf einem Antependium (Vorhang) an einem Altar.
Schild am alten Templerhaus in Bad Breisig
Oberbreisig und Bad Breisig sollte man auf einer Wanderung oder Pilgertour nicht auslassen. Sie gehören zum Kanon jakobäischer Pilgerorte unbedingt dazu.
Friedhelm Link (rechts) im Gespräch mit Bernd Koldewey
Die Führung durch die Kirche St. Viktor übernahm freundlicherweise Friedhelm Link, der selbst schon von Pamplona aus nach Santiago zu Fuß gepilgert ist. An dieser Stelle unser herzlicher Dank an ihn. Auch für die freundliche Bewirtung und die Pilgergeschichten, die er zu erzählen wusste.
Siehe auch Artikel von Bernd Koldewey: ‘Pilgerkrönung in Oberbreisig’ >>>
Bonn, 24. April 2009
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