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Der Rheinhöhenweg als Jakobsweg

von Rüdiger Schneider (Text/Foto)


Rheinhöhenweg bei Andernach,
Blick auf das rechtsrheinische Leutesdorf

Als Rheinhöhenweg ist die bezaubernde Strecke den Mittelrhein entlang, also zwischen Bonn und Bingen, bekannt. Als Jakobsweg ist sie dagegen bislang weniger in den Blick gerückt. Dabei gibt es sowohl auf der linksrheinischen wie auch rechtsrheinischen Route zahlreiche Zeugnisse vergangener wie gegenwärtiger Jakobusverehrung. Natürlich sind die Pilger auch dem Lauf des Rheins gefolgt, und natürlich erklären sich von daher die mittelrheinischen Jakobusstationen. In dem Buch ‚Jakobus am Mittelrhein’ ( >>> ) sind diese Stationen aufgeführt und fotographisch dokumentiert und müssten noch ergänzt werden durch das linksrheinische Remagen. Hier gibt es im nahe gelegenen und zu Remagen gehörenden Ödingen in der alten Pfarrkirche (jetzt Friedhofskapelle) ein Brustbild Jakobus des Älteren und Remagen selbst besaß in Nähe der heutigen Apollinariskirche ein Pilgerhospital, und die früher auf dem Apollinarisberg stehende Kirche des hl. Martin, deren Geschichte wahrscheinlich bis ins 6. Jh. zurückreichte, hatte einen Jakobsaltar. Die Remagen betreffenden Informationen entnehme ich dem Buch ‚Die Kunstdenkmäler des Kreises Ahrweiler’ von Paul Clemen, Düsseldorf 1938. Was den Rheinhöhenweg betrifft, kommt man auf der Strecke von Bonn bis Bingen auf 16 (!) Orte (links- und rechtsrheinisch), in denen sich Jakobusspuren antreffen lassen. Das müsste Grund genug sein, den Rheinhöhenweg nicht nur als Wanderweg, sondern eben auch als landschaftlich wie auch historisch attraktiven Jakobsweg in den Blick zu nehmen und ins Bewusstsein zu rücken.

    

Bonn, September 2011