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Jakobsweg Region Vogelsberg - Schnepfenkapelle

von Rüdiger Schneider (Text/Fotos)

 

 

Schnepfenkapelle

Schnepfenkapelle, Marienaltar

Hat man, von Fulda kommend, den Ort Malkes mit seiner Jakobuskapelle erreicht, so geht es nun auf der Antsanvia knapp anderthalb Kilometer hügelaufwärts zur Schnepfenkapelle bei Bimbach. Die Strecke ist Jakobs- und Bonifatiusweg zugleich. Die Kapelle steht malerisch zwischen alten Linden, und man hat von hier oben einen weiten Ausblick auf die Wälder und Wiesenmatten der Umgebung bis hin zur Rhön.
 

Antsanvia

Panorama auf dem Weg zur Schnepfenkapelle

Der Name ‚Schnepfenkapelle’ mag zunächst verwundern, ist aber rasch erklärt. Der Stifter, der 1733 in Malkes geborene Johann Georg Schneider, war Besitzer des Schnepfenhofes, auf dessen Land die Kapelle erbaut wurde. Die Gegend war Jagdgebiet für Waldschnepfen. Ein Schild über dem Portal der Kapelle nennt mit 1755 das Stiftungsjahr. Die Kapelle ist ein Marienwallfahrtsort mit einer spätgotischen Pieta, geschaffen Ende des 15. Jahrhunderts. Die Herkunft dieses Vesperbildes ist unbekannt. Der Legende nach wurde es, dort wo man später die Kapelle erbaute, von einem Schäfer in einem Wacholderstrauch aufgefunden. Solche Legenden von der Auffindung eines Marienbildes und der darauf folgenden Gründung einer Kapelle genau am Fundort sind europaweit bekannt. Für Deutschland seien als Beispiele nur die Orte Marienbaum bei Xanten und Buschhoven bei Bonn genannt.
 

Schnepfenkapelle, 14 Nothelfer

Schnepfenkapelle, spätgotische Pieta an
der Spitze des Altaraufsatzes

In der Kapelle trifft man, wie es für die Region so typisch ist, auch auf die 14 Nothelfer. Ihre Verehrung erinnert an die Heimsuchung des Fuldaer Landes durch Seuchen und eine plündernde Soldateska, insbesondere während des Siebenjährigen Krieges (1756 – 1763) und nach der Französischen Revolution (1789), bis dann 1815 nach dem Sturz Napoleons auf dem Wiener Kongress die europäischen Grenzen neu festgelegt wurden.   

 

 

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Bonn, April 2012