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Lorenz Schröter: Mein Esel Bella oder wie ich durch Deutschland zog

 

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In unserer ‚Eseltrilogie’ ist Schröters Buch das dritte im Bunde. Tim Moore zog durch Spanien, Carmen Rohrbach durch Frankreich, Lorenz Schröter wandert mit dem Graukittel durch Deutschland. Er wandert, er pilgert nicht. Er ist nicht auf einem Jakobsweg wie Moore oder Rohrbach, aber was das Abenteuer ‚Esel’ betrifft, ist es ein spannendes, unterhaltsames Buch, und es hat den Vorzug einmal einen Ländervergleich anstellen zu können.

„Immer wieder wundere ich mich, wo die Menschen sind. Ganz Deutschland ist so still. Nirgendwo Passanten, niemand in den sorgfältig gepflegten Gärten, niemand zu Hause. Vielleicht haben sie sich alle im Keller versteckt und halten die Luft an.“

Natürlich sorgt er mit seinem Esel auch für Aufsehen. Aber das ist eher so, als sei jemand mit einem Exoten aus dem Zirkus ausgebrochen. Und einmal will ihm ein Rentner auch ein Zweimarkstück zustecken, damit das arme Tier was zu fressen kriegt.

Reich an schrulligen Begegnungen ist das Buch, ein Stück deutscher Sozialkritik aus einer etwas anderen Perspektive. Der Weg führt nicht nur 700 Kilometer durch Deutschland, sondern auch durch Schröters Inneres, wobei die Reflektionen, die sich auf solch einer Wanderung ergeben, humorvoll erzählt werden. Und natürlich erfährt man auch wieder eine Menge über den nicht unkomplizierten Umgang mit einem Esel. Eins haben dabei alle drei Bücher gemeinsam. Man gewinnt den Graukittel lieb.

Lorenz Schröter, Mein Esel Bella oder wie ich durch Deutschland zog, 150 Seiten

13. April 2008