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Siegtal, Nähe Kloster Merten
Dass Pilger gerne dem Lauf der Flüsse folgten, ist bekannt. So wird man auch das Tal der Sieg als eine Art Zubringer zur ‚Drehscheibe Bonn’ bezeichnen dürfen. Pilger aus dem Siegerland, dem Westerwald und auch dem Bergischen Land werden die Sieg als willkommene Orientierung genommen haben, zumal mit den Klöstern Merten, Bödingen und der Servatiuskirche und dem Michaelsberg in Siegburg bedeutende Stationen am Wege lagen.
Bernd Koldewey an der Sieg in Herchen
Die bemerkenswertesten jakobäischen Spuren befinden sich in der Kirche St. Peter in Herchen. Es sind Fresken, die das Galgen- und Hühnerwunder darstellen. Siehe hierzu den Artikel ‚Vorläufer des Bänkelgesangs? Das jakobäische Galgen- und Hühnerwunder in Herchen’.
Fresken in der Kirche St. Peter, Herchen
In Herchen an der Sieg (Gemeinde Windeck) starten wir unsere Pilgertour. Die Sieg entlang geht es zunächst nach Eitorf. Die Strecke ist angenehm zu gehen, ruhig, landschaftlich reizvoll, wenn auch nicht so spektakulär wie die Wege entlang der Mosel. Aber das darf man auch gar nicht vergleichen.
Sieg zwischen Herchen und Eitorf
Das Wetter ist dieses Mal nicht so brillant wie bei den Touren zuvor. Schien gegen Mittag noch die Sonne, strichelt am Nachmittag ein stetiger, feiner Landregen herunter. Aber es ist angenehm zu gehen.
Die Sieg entlang bei Regen
Als wir eine Schrebergartensiedlung an der Sieg passieren, werden wir als Jakobspilger zu einem Bier eingeladen. Weiter die Sieg entlang geht es nach Eitorf.
Marienkapelle in der Sieg-Aue
Kurz vor dem Ort entdecken wir eine kleine Fachwerkkapelle, die idyllisch in der Sieg-Aue liegt. Später, in der Nähe von Eitorf, machen wir es uns trotz des Regens mit dem Zelt an der Sieg gemütlich, lassen den Pilgertag mit einem Gläschen Rotwein ausklingen.
Nach dem Aufbau des Zeltes: Ausklang des Tages
Ein Fischreiher sieht dem Aufbau zu, macht sich aber, als ich mich mit der Kamera nähere, sofort auf in die Lüfte. Die Nacht ist ruhig. Am Morgen blicken wir zunächst in Nebel. Dann erscheint hinter den Wolken die Sonne.
Blick am Morgen in die Sieg-Aue
Der Weg zum Kloster Merten (ehemaliges Kloster) führt weiter die Sieg entlang, teils aber auch durch einen Wald oberhalb des Flusses. Insgesamt ist die Strecke angenehm zu gehen und die Orientierung ist leicht. Selten ist ein Stück Straße zu laufen. Das ändert sich aber ein paar Kilometer vor Hennef. Die Zersiedelung nimmt zu. Die Sieg ist öfter zu verlassen, und gerade vor Hennef ist ein Stück sehr befahrener Straße ohne Fußgängerstreifen oder Radfahrweg zu gehen. Statt über Hennef zu gehen, wird man sich besser rechts der Sieg halten und nach Siegburg hin den Weg über Seligenthal nehmen. Diese Route wird auch eher der traditionellen entsprechen.
Kloster Merten, Orangerie
Im Frühjahr 2010 wird voraussichtlich der ‚Natursteig Sieg’ eröffnet werden. Dann wird man auf einem ‚Wildnistrail’ von Siegburg aus ins Windecker Land gelangen.
Marienbild, Bödingen
Einer der Höhepunkte auf dem Weg ist der Marien-Wallfahrtsort Bödingen. Von Oberauel aus nehmen wir den historischen Wallfahrtsweg zu Kirche hoch. In der Bödinger Kirche findet sich ein Marienbild, das ein Einsiedler um 1400 hat anfertigen lassen. Als wundertätiges Bild wurde es weithin bekannt, und Bödingen entwickelte sich zu einem bedeutenden Wallfahrtsort.
Heilige Cäcilia, Bödingen
In der Kirche findet sich auch eine sehr schöne Figur der heiligen Cäcilia. Siehe hierzu auch den Artikel ‚Unverhoffte Begegnung auf dem Jakobsweg’.
Michaelsberg, Siegburg
Unsere Etappe endet in Siegburg auf dem Michaelsberg. Hier besuchen wir nicht nur die Kirche der Benediktiner-Abtei, sondern auch den berühmten Likörkeller der Mönche. Wir probieren den original Abtei-Liqueur, ein safrangelbes, edles Destillat, das nach einem geheimen Rezept neun verschiedene Kräuter enthält.
Doppelkirche, Schwarz-Rheindorf
So werden sich auch frühere Pilger gestärkt haben. Danach ging es für sie weiter Richtung Siegmündung, und dann waren es nur noch etwa zwei Kilometer bis zur Doppelkirche in Schwarz-Rheindorf.
Relief im Bonner Wichelshof: Jakobus schützt die Pilger bei der Rheinüberquerung
Hier befand sich dann auch ein Rheinübergang auf die Bonner Seite. Ein Relief im Wichelshof, der auf der Bonner Seite der Doppelkirche gegenüberliegt, weist darauf hin. Siehe auch den Artikel ‘Ein Jakobus-Relief in Bonn’.
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Zu der Siegtaltour siehe auch den Artikel von Bernd Koldewey: ‘Vom Galgen- und Hühnerwunder in Herchen bis zum Michaelsberg in Siegburg’ >>>
Bonn, September 2009
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