Pilgergruppe-I-850

Europaweite Sternwanderungen auf dem Jakobsweg - auch Gielsdorfer waren dabei

von Dr. Otto Paleczek

 

Euro--unterwegs-

„EUROPA COMPOSTELA 2010 – Pilger der Erde und Menschen haltet zusammen“. - Unter diesem Motto pilgern seit April bis September zahlreiche Gruppen aus 10 europäischen Ländern, u.a. von Norwegen, Polen und Slowenien, nach Santiago de Compostela zum Grab des Apostels Jakobus d. Ä. Auf sieben Pilgerstrecken wird ein „Bourdon“ (=Pilgerstab) in Etappen nach Spanien getragen. Anlass für diese Aktion ist das Heilige Jakobus-Jahr, das immer dann stattfindet, wenn der Namenstag des Apostels, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt.

Am 4. Juni stand die Etappe Euskirchen-Bad Münstereifel des Bourdon 1 (von den Niederlanden durch die Eifel nach Frankreich und Spanien) auf dem Plan. Um 8 Uhr versammelten sich ein Dutzend Pilger an der St. Martinskirche in Euskirchen, darunter einige Teilnehmer von der St. Jakobus-Gemeinde Gielsdorf. Nach einer Kirchenführung startete die Gruppe unter der „Stabführung“ von Frau Silke Drewien, Bonn, die diesen Weg sorgfältig vorbereitet hatte. Bei herrlichem Sonnenschein ging es durch die Stadt nach Süden. Bald war Roitzheim erreicht, wo bei einer Statio in der St.Stephanus-Kirche Jakobslieder gesungen wurden (u.a. „Willst Du nach Santiago gehn, ...“). Die Wandmalereien in der gotischen Seitenkapelle, darunter ein großes Bild des Hl.Jakobus, fanden die Bewunderung der Pilger. Weiter ging es an der Erft entlang. Im Schatten der St. Martinskirche in Stotzheim war Gelegenheit zu einer erholsamen Mittagsrast. Dann führte der Weg durch den Wald zur mittelalterlichen kurkölnischen Hardtburg, in deren Vorburg, von Wasser umgeben, sich heute ein Forstamt befindet. Am Hubertuskreuz vorbei pilgerte die Gruppe mit schönen Ausblicken auf grüne Fluren und Wälder weiter nach Kirspenich mit dem extrem spitzen Turm der St. Bartholomäus-Kirche. Im anschließenden Ort Arloff nahm die Gruppe das Angebot einer Eisdiele gerne an. Erfrischt erreichte sie bald die Arloffer Hubertuskapelle. Sie beeindruckte mit ihren großflächigen Wandmalereien, u.a. eines Christophorus, und bot Anlass zu stiller Besinnung. Die nächsten Kilometer in der Mittagshitze über eine sonnenbeschienene Anhöhe waren anstrengend. Die Pilger gingen sie schweigend mit Beten und Meditieren. Zügig verlief dann der Weg von Iversheim bis Bad Münstereifel, das am Nachmittag mit einer letzten kleinen Statio am Werther Tor erreicht wurde. Den Pilgerstab hatten die Teilnehmer abwechselnd getragen. - In der Stiftskirche St. Chrysanthus und Daria (9. Jahrhundert) endete die 17 km lange Etappe mit einer Kirchenführung. In der Abendmesse fand dann die Stabübergabe an Herrn Engeländer (Santiago-Freunde Köln) statt, Er führte die Pilgergruppe in den folgenden zwei Tagen über Blankenheim bis Kronenburg.

Alles in allem: Es war ein schöner harmonischer und würdiger Pilgertag im Rahmen der EUROPA COMPOSTELA 2010.